LeipJAZZig-Konzertreihe: Perplexities on Mars

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Sphärenmusik. Der Kosmos in der Musik, die Musik im Kosmos. Wer sie spielt, sagt auch etwas über die Menschen in ihm aus. Dass jetzt diese antike und mittelalterliche Vorstellung bei den astronomischen und tellurischen Erkundungen des Quartetts »Perplexities on Mars« wiederbelebt wird, scheint nötig bei dem ganzen techno-ideologischen Gerede voller Kolonialphantasien, das einem vonseiten der Superreichen gerade entgegenfliegt.
Wäre der Mars eine bessere Welt oder ist die Erde, die notwendige, aber vergängliche Heimat? Für diese Fragen wird von den Vieren die musikalische Fantasie angestrengt, Gegenwelten werden improvisiert und in reichen Klangargumenten zwischen ihnen diskutiert. Gar nicht perplex oder ratlos, sondern bestimmt und mit feinem Gefühl dafür, wie das Althergebrachte mit Innovation verknüpft werden könnte. Wortführer sind vor allem die Tenorsaxofonisten Christopher Kunz und Max Hirth, aber auf ihrem neuen Album »Forever Home«, ist auf der Erde (oder dem Mars?) für alle Platz. Stephan Deller am Kontrabass und Tom Friedrich am Schlagzeug füllen diesen Raum brillant auf dem gleichnamigen Titelsong aus.
Für immer auf einer Erde, wo solche Musik gespielt wird: gute Aussichten. Noch bessere sind, dass diese Weltenmusik bald live zu hören sein wird, also nicht ratlos sein und hingehen!