„B-A-C-H“

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Mit WOLLNY lässt sich nichts anfangen, auch HALPERIN kann nur drei Buchstaben vorweisen. BACH hatte es da deutlich besser und konnte gleich seinen ganzen Namen in seine Musik als Tonfolge einschreiben. Sein Glück für musikalische Unterschriften war keine Eitelkeit; heute würde man es eher als easter egg bezeichnen. Und was für eines, denn dieses Motiv beschäftigte von Berg bis Gubaidulina die halbe Musikgeschichte.
Mit Michael Wollny und Tamar Halperin treten zwei weitere Größen der Jetztzeit in diese Traditionslinie ein und versuchen im Rahmen des »Con Spirito«-Festivals, sich dieser Selbstverrätselung anzunehmen. Schon vor 16 Jahren haben beide sich in die Welt der Kuriositäten, Seltenheiten und Rätsel begeben, als sie ihr Album »Wunderkammer« gemeinsam aufnahmen. Damals wurden die Hörer:innen mit schaurig-schönen Klängen verzaubert und das sogar, wie es damals hieß, »im Dienste der Welt-Erkenntnis«.
Musikalische Erkenntnis darf man sich sicher auch in der Wunderkammer Thomaskirche erhoffen, wenn sich beide dem alten Meister und seinem Signaturrätsel widmen. Denn ein Rätsel haben sie ganz sicher gelöst: wie sich Jazz und Klassik ohne Kitsch und Anbiederung zusammenbringen lassen.