Jason Moran plays Duke Ellington

Preise
Zurück in die Zukunft: Der »provokanteste Denker des aktuellen Jazz« kommt nach Leipzig!
Er verbindet Tradition mit radikaler Vorstellungskraft – und wird dafür weltweit gefeiert. Kein Wunder also, dass sich Medien und Publikum ausnahmsweise einig sind: Der US-amerikanische Komponist und Konzeptkünstler Jason Moran zählt zu den bedeutendsten und originellsten Jazzmusiker:innen unserer Zeit.
»Ich bin kein Pionier«, sagte er einmal über sich, nicht frei von der ihm ganz eigenen Bescheidenheit. Vielmehr, so der Pianist weiter, lade er »alte Dinge mit neuen Ideen auf«. Die nötige Inspiration findet er dafür seit vielen Jahren bei den Großen der Jazzgeschichte. Etwa bei Thelonius Monk, dessen Werk »‘Round Midnight« er im Alter von 13 Jahren in der Plattensammlung seines Vaters entdeckte. Oder bei Duke Ellington.
Dabei kann Moran mittlerweile getrost in einem Atemzug mit seinen Vorbildern genannt werden. Als »Bewahrer des kulturellen Erbes des Jazz« bezeichnete ihn die Jury des Amherst College in Massachusetts 2024, als sie ihn zum »Doctor of Arts« ernannte. Für den Rolling Stone ist er hingegen schlicht der »provokanteste Denker des aktuellen Jazz«.
Ähnlich wie der »Duke« bewegt sich auch Moran zwischen Großformation und Solowerk. So präsentierte er vor zwei Jahren mit der hr-Bigband ein Ellington-Programm, an das er mit seinem neuen, in reduzierten Klangfarben gehaltenen Soloalbum nun anschließt.
Morans Interpretationen sind dabei weit mehr als eine Hommage an einen persönlichen Helden. Vielmehr transformiert er das historische Material in etwas Eigenes, oft Überraschendes. Und das inmitten der Thomaskirche – jenem traditionsreichen Ort, an dem Johann Sebastian Bach einst den Ruf Leipzigs als Musikstadt prägte.
Dabei gelingt Moran ein nur selten geglücktes Kunststück: Er befreit das musikalische Erbe vom musealen Staub. Was bleibt, ist ein ergreifendes Stück Musik – radikal persönlich, hochkonzentriert und der Gegenwart stets einen Schritt voraus.

