Charlie Hunter & Ella Feingold

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Gitarrenkunst auf höchstem Niveau: Ella Feingold und Charlie Hunter vereinen Soul, Funk und Jazz zu einem ebenso virtuosen wie lässigen Klangkosmos. Als Ella Feingold Charlie Hunter Ende der 1990er Jahre zum ersten Mal live erlebte, schien eine gemeinsame Zusammenarbeit undenkbar. Heute sind sie ein gefeiertes Duo, dessen gemeinsames Album diverse Musikgrößen aus aller Welt begeistert.
Bill Frisell, Raphael Saadiq, Johnny Marr und Lenny Kravitz scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemein zu haben. Doch das täuscht: Denn sie alle haben im vergangenen Jahr ihre Bewunderung für die gleiche Platte geäußert: »So gut«, »so funky«, »faszinierend« und »Meisterklasse«, so der Tenor.
Die Rede ist von »Different Strokes for Different Folks«, dem neuen Album der beiden US-amerikanischen Gitarrist:innen Ella Feingold und Charlie Hunter. Mit dem Projekt schließt sich für Feingold gewissermaßen ein Kreis: Denn viele Jahre lang war Hunter eines ihrer großen musikalischen Vorbilder. Ende der 1990er Jahre sah sie ihn das erste Mal live. Eine gemeinsame Session, gar ein ganzes Album – das schien damals noch in weiter Ferne. Heute, gut 30 Jahre danach, ist der Traum von einst Realität geworden. Hunter zufolge ist Feingold »eine der härtesten, groovigsten Gitarrist:innen des Planeten«. Die Bewunderung scheint inzwischen also von Beidseitigkeit geprägt.
Schon seit Jahren gehört die Gitarristin wie ihr einstiges Vorbild zu den Koryphäen auf dem Gebiet der Saitenzauberei, das mitunter nicht ganz frei von Eitelkeiten ist. Doch wo die Virtuosität anderer Kollegen:innen schnell in Selbstinszenierung zu kippen droht, ist Feingolds Spiel von einem wohltuenden Minimalismus geprägt. Jeder Ton, den sie spielt, erklingt wie ein Statement, dem man unbedingt Gehör schenken sollte.
Während Feingold im gemeinsamen Zusammenspiel mit komplexen Akkordstrukturen die harmonische Richtung vorgibt, sorgt Hunter mit seinen charakteristischen Gitarren-Licks für die klangliche Tiefengrundierung. Aller musikalischen Eigenständigkeit zum Trotz ist das Erbe des Soul, Funk und Jazz dabei stets zu vernehmen.
So klingt Musik, die komplex, aber niemals kompliziert ist. Vorhang auf für Ella Feingold und Charlie Hunter!
zuvor: Alexander von Schlippenbach »Globe Unity Orchestra«
