ADHD

Preise
Die isländischen Künstler der niemals langweilig werdenden Kontinuität. Ein allumfassendes Ritual, das Genregrenzen sprengt
Hyperaktiv, innovativ und unvorhersehbar? Die isländische Band ADHD macht ihrem Namen alle Ehre. Mit Klischees kokettierend, begegnen sie einander mit uneingeschränktem Vertrauen.
Beeinflusst durch die Energie des Rock und melancholischen Folkanklängen begeistert das vierköpfige Jazzkollektiv, das sich 2008 nach einem gemeinsamen Festivalbesuch gründete, Fans auf der ganzen Welt. Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung wurde ihr erstes Album »ADHD« bei den Icelandic Music Awards 2009 zum »Jazzalbum des Jahres« gekürt.
Ihr einzigartiger, rein instrumental gehaltener Sound entsteht aus einem sensiblen Zusammenspiel, in dem die Bandmitglieder selbst auf kleinste musikalische Impulse des jeweils anderen reagieren. »Man kann das Jazz nennen, muss man aber nicht«, sagte Pianist Thómas Jónsson mal. Womit er einen entscheidenden Punkt trifft: Denn tatsächlich kulminieren zahlreiche Einflüsse in der Musik des Quartetts. Miles Davis gehört genauso dazu wie Radiohead, Steely Dan oder Dr. John.
Als »enge Familie« beschrieb Ómar Guðjónsson, Gitarrist der Band, das Kollektiv mal. Bei ihren Auftritten verlassen sie sich nach eigener Aussage komplett auf die Atmosphäre und verzichten konsequenterweise auf eine Setlist. Erwartungsvoll kann man der Musik lauschen, die fein auf jede Stimmung im Raum zu reagieren scheint.
Jedes Instrument spricht hier seine eigene, gleichberechtigte Sprache. Detailverliebt aufeinander abgestimmt fließen ihre Töne ineinander. Was bleibt, ist eine Klanglandschaft, die dazu einlädt, die Augen zu schließen und sich forttragen zu lassen.



