Let’s talk about Jazz…and the circle of life

»Nach dem Konzert ist vor dem Konzert«, ließ sich Sepp H. einst zitieren. Womit er einen zentralen Punkt trifft: Alles ist im Fluss, the wheel keeps turning, ashes to ashes, dust to dust – ihr wisst schon…Und auch wenn (oder gerade weil?) wir uns das nun – nur wenige Tage nach dem Ende dieses einmal mehr berauschenden Festivals – aktuell noch gar nicht vorstellen können: Der große Jazz-Vordenker hat Recht!
Dennoch haben wir uns unmittelbar nach dem Festival erst mal ein paar Tage Ruhe genehmigt. Denn das, was hinter uns liegt, muss schließlich erst einmal verarbeitet werden: Viele Monate Festivalvorbereitung und Konzipierung, dann knapp 30 Konzerte, unzählige Gespräche und Begegnungen, Panels, wenig Schlaf und schlechtes Essen, dafür aber viele spannende und neue Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Gerade die Jubiläumsausgabe hat in diesem Jahr zu einem anregenden Austausch zwischen den Generationen und Szenefraktionen angeregt. Das wurde bereits am Eröffnungsabend deutlich, als mit Alexander von Schlippenbachs »Globe Unity Orchestra« und dem Gitarrenduo Charlie Hunter & Ella Feingold zwei grundlegend unterschiedliche Jazzentwürfe auf der altehrwürdigen Opernbühne zum Besten gegeben wurden: Hier das älteste Free-Jazz-Orchester der Welt, das für einen dezidiert europäischen Jazzbegriff steht. Auf der anderen Seite Hunter und Feingold, die mit ihrer Minimalvariante von Funk, Soul und Jazz tief in der US-amerikanischen Musiktradition verankert sind. Zwei Seiten, ein und dieselbe Medaille – und am Ende Standing Ovations für alle!
Doch gefeiert und pallaviert werden durfte am Samstagabend nicht zu lang, denn bereits am darauffolgenden Vormittag wurde der Audiowalk mit einer gemeinsamen Tour eröffnet. In insgesamt sechs Hörstationen werden darin die die verschiedenen Phasen und Stadien der Leipziger Jazztage und -szene von der Kongreßhalle über die naTo bis hin zur Skala eingehend beleuchtet. Das Schöne ist: Die Hörspiele lassen sich unter anderem über unsere Website abspielen, sodass uns das Projekt auch über das Festival hinaus erhalten bleibt. Wir als Team des Jazzclub Leipzig haben uns jedenfalls schon für eine herbstliche Spritztour verabredet, um die Stationen gemeinsam zu erkunden. Epigonen und Kopistinnen sind in diesem Fall ausdrücklich erwünscht!
Weil wir uns noch nicht so ganz vom Festival verabschieden konnten, haben wir uns für den 15. November »a kloans Happerl« aufbewahrt: Dann nämlich wird die Spielvereinigung Sued im Gewandhaus gastieren, um dort ihr neues, mit dem GewandhausChor erarbeitetes Programm »Requiem in Jazz« zu präsentieren – und damit die 50. Leipziger Jazztage feierlich zu beenden. Das 1993 vom schwedischen Komponisten Nils Lindberg veröffentlichte Werk für Chor, Bigband, zwei Soprane und Bariton vereint nordische Volksmusik, Jazz und klassisches Handwerk.
Alle weiteren Tipps und Termine findet ihr auf den weiteren Seiten. Kleiner Spoiler: Es wird nicht langweilig.
Bis bald,
Luca
Jazzkalender-Redaktion
