Josefine Opsahl

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Allzu oft werden Tradition und Avantgarde in feuilletonistischen Debatten als unversöhnliche Antagonismen in Stellung gebracht. Dass diese Annahme nicht nur verkürzt, sondern völlig fehlgeleitet ist, bezeugt nicht zuletzt das Werk der dänischen Komponistin Josefine Opsahl.
Bereits 2012, mit gerade einmal 20 Jahren, veröffentlichte die Cellistin mit »Leaving My Silent Empty House« gemeinsam mit ihrer Schwester, der Harfenistin Trine Opsahl, ein bemerkenswertes Debüt. Vier weitere Alben sollten danach folgen, zuletzt das Werk »Cytropia« (2025). Hinzu kommen Opern und sinfonische Kompositionen, die von ihrer charakteristischen Mixtur aus klassischen und elektronischen Elementen geprägt sind.
Ihre glasklare, mitunter markerschütternde Intonation gleicht einem unverfälschten Blick in seelische Abgründe. The Strad beschrieb Opsahl vor drei Jahren als »grenzüberschreitende und bemerkenswerte Komponistin«. Wir können uns da nur anschließen.
