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Alexander von Schlippenbach »Globe Unity Orchestra« – 60 years playing Apokalyptische Nabelschau

Oper Leipzig

Preise

VVK: K I 60,00 /49,00 € €, PK II 54/44 €, PK III 48/39 €, PK IV 42/34, PK V 36/29, PK VI 30/24
AK: PK I 69,00 /57,00 € €, PK II 62/51 €, PK III 56/46 €, PK IV 49/40, PK V 43/35, PK VI 36/29

Jubiläum im Jubiläum: 60 Jahre apokalyptische Nabelschau. Das bedeutendste Free-Jazz-Orchester der europäischen freien Musik kehrt zu unserem Festival zurück! Zunächst als Unsinn verschrien und für Spott gehalten, erregte das Ensemble schnell internationales Aufsehen und wurde zum Sprungbrett für einige seiner späteren Star-Musiker:innen.

Vom Skandal bis zur Sensation ist es manchmal nur ein kleiner Schritt. So auch im Falle des Globe Unity Orchestra um den Gründer Alexander von Schlippenbach, der im Jahr 1966 mit seinem Free-Jazz-Stück »Globe Unity« große Teile der westdeutschen Presse gegen sich aufbrachte.

Vor allem die Boulevardmedien hatten es damals auf die Formation abgesehen. Warum, das wird im Rückblick schnell klar. Denn die jungen Musiker lehnten sich gegen den verwalteten Status Quo einer längst überkommenen Welt auf, und zwar mit dem radikalsten Mittel, das ihnen zur Verfügung stand: der Kunst! In Peter Brötzmann, Saxofonist der Ur-Besetzung, wurde nicht weniger als die Reinkarnation des Teufels gesehen.

Viele Phasen durchlief das Ensemble im Laufe der Zeit: Nach den stark vom Free Jazz geprägten Anfangsjahren folgte die sogenannte »Wuppertaler Phase«, in der sich das Globe Unity Orchestra Einflüssen der Fluxus-Bewegung öffnete. Später rückten die freie Improvisation und das, was Bernd Alois Zimmermann einst die »Utopie einer befreiten Musik« genannt hat, wieder ins Zentrum. In diese Zeit fiel auch der Auftritt bei den 6. Leipziger Jazztagen 1981.

45 Jahre später kehrt das Globe Unity Orchestra zum 50. Festivaljubiläum nach Leipzig zurück – in neuer internationaler Besetzung mit prägenden Akteur:innen der europäischen Improvisationsszene. Zugleich feiert das Ensemble damit sein 60-jähriges Bestehen und bleibt, allen personellen Veränderungen zum Trotz, seinem künstlerischen Anspruch treu. Denn wo andere sich längst zur Ruhe gesetzt oder die Seiten gewechselt haben, rüttelt das GUO weiterhin an den Grundfesten des Bestehenden. In einer Welt, die zunehmend ins Autoritäre zu kippen droht, scheint das notwendiger denn je.

im Anschluss: Charlie Hunter & Ella Feingold

  • Text: Luca Glenzer
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