George Kontomichalis-Quartett – First Flight (Album des Monats 02/26)

Bereits die ersten Töne dieses Albums lassen einen für einen Moment glauben, man befände sich im New York der späten Fünfziger. Eine verrauchte Bar kurz nach Mitternacht, gedimmtes Licht und eine Band, deren übersprudelnde Spielfreude nicht gerade darauf schließen lässt, dass sie in den nächsten Stunden die Bühne verlassen wird.
Doch weit gefehlt: Tatsächlich ist das George Kontomichalis-Quartett fest verankert im Hier und Jetzt, irgendwo zwischen Dresden, Leipzig und Berlin. Dort haben die vier Musiker in den vergangenen Jahren ihr Handwerk gelernt. Daraus, dass dies mit Bravour gelungen ist, macht die Formation um den in der Messestadt lebenden Saxofonisten und Bandleader auf »First Flight« keinen Hehl: Mal lässt Charlie Parker grüßen, mal kommt John Coltrane um die Ecke, um Hallo zu sagen.
Tracks wie »Message to Mccoy« oder »Blues Menu« vereinen dabei ungemeine Virtuosität, Stilsicherheit und ja, das gewisse Etwas. Lässt man sich auf den Sound ein, trägt er einen fort – weit weg von der sogenannten Gegenwart, hinein in längst vergessene Orte und Zeiten. Oder eben nach New York.
