Jazzclub

Gründungsjahr:
1973

Mitglieder:
150 (Stand 2011)

Der Verein

Generell ist es unser Anliegen, die geistig sinnliche Dimension des Jazz erfahrbar zu machen - einer Musik, die wie kaum eine andere Kunstform von der Verbindung zweier Gegenpole lebt: Individualität und Kollektivgeist. In dieser Verbindung von Interaktion und solistischem Akt, Monolog und Dialog liegt das eigentliche Faszinosum des Jazz. Wo dieser Spagat zum glückhaften Ereignis wird, liefert der Jazz zugleich ein Modell idealer Gemeinschaft (democratic art form nennt es Max Roach). Das kreative Potenzial dieser spannungsvollen Einheit in immer neuen Varianten auszuloten, gehört zu den reizvollsten Abenteuern überhaupt - und zu jenen Aufgaben, die ebenso viel Energie zurückgeben, wie sie fordern.

Wortmarke Jazzclub Leipzig e.V.

Der Jazzclub Leipzig wurde 1973 gegründet und existierte zunächst als Freundeskreis innerhalb des Kulturbundes, sozusagen im Windschatten damaliger DDR-Kulturpolitik.

Durch beharrlichen Einsatz von Jazzfreunden gelang es, einzelne Konzerte zu organisieren und von 1976 an die Leipziger Jazztage. Was klein in einem Keller der Hochschule für Grafik und Buchkunst begann, zog schon im nächsten Jahr in den Festsaal der Deutschen Post, um gleich im Jahr darauf die Kongresshalle am Zoo zu füllen. Zugleich erweiterte sich das Spektrum. Es gelang, auch durch zahlreiche private Kontakte und Netzwerke, in verstärktem Maße Musiker und Musikerinnen aus den osteuropäischen Ländern und aus Westeuropa einzuladen. Die Leipziger Jazztage wurden – von der Kulturbürokratie gerade deshalb kritisch beäugt – zu einem Ort internationaler musikalischer Begegnung und zu einem Treffpunkt für die Jazzgemeinde in der damaligen DDR. Konzeptionell lag der Schwerpunkt auf der Präsentation von zeitgenössischem Jazz, wobei der Avantgarde breiter Raum gewährt wurde. Auch aufgrund dieser Spezifik haben die Leipziger Jazztage in den 80er Jahren internationale Bedeutung erlangt, was sich auch in zahlreichen westlichen Fachpublikationen niederschlug. Der Herbst ´89 bedeutete für die ostdeutsche Kulturlandschaft eine starke Zäsur, für viele Initiativen sogar das Ende. Zu den wenigen die die grundlegenden Veränderungen 1989/90 überlebt haben, zählt der Jazzclub Leipzig. Das Jahr 1991 markiert einen Neubeginn: das Hauptprogramm der Jazztage findet nunmehr auf der großen Opernbühne statt. Dabei ist es, von einer zweijährigen Renovierungsphase abgesehen, bis heute geblieben.

Kooperationen - wie beispielsweise die mit der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, anderen Musikschulen (Neue Musik Leipzig)und Vereinen (Initiative Leipziger Jazzmusiker e.V., KidsJazz L.E.) haben geholfen, ein dichtes Netzwerk zu knüpfen. Dazu gehören seit jüngster Zeit auch freie Radioträger wie Mephisto oder Radio Blau.

Heute ist der Verein Veranstalter der Festivals Leipziger Jazztage und Musik-Zeit sowie der Jazzkonzerte im Telegraph, Herausgeber des Jazzkalenders und Organisator des Leipziger Jazznachwuchspreises der Marion-Ermer-Stiftung. Daneben veranstaltet der Verein regelmäßig Stammtische sowie ein jährliches Jazzforum, bei dem Kunstvermittler, Kulturmanager und Förderer zu Wort kommen.

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