First Date: Emilia Gołos + Philipp Rumsch

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Erstbegegnung zwischen Leipzig und Danzig
Tastenduos versprechen oft Kunsterlebnisse der Extraklasse. Das bewies in der Vergangenheit etwa Marian McPartland mit ihrer legendären Radioshow »Piano Jazz«. Und spätestens, seitdem Michael Wollny und Joachim Kühn bei der 48. Ausgabe die Opernbühne vierhändig verzaubert haben, gehört dies auch zu den Binsen der Leipziger Jazztage. Bei dem »First Date« zwischen Emilia Gołos und Philipp Rumsch wird es jedoch keineswegs so klassisch zugehen wie bei diesen Duos.
Als Philipp Rumsch 2018 den Leipziger Jazznachwuchspreis der Marion Ermer Stiftung erhielt, war bereits klar: Er hat ein Talent im Verschieben von Stilgrenzen. Darin ist er sich treu geblieben und profilierte sich so europaweit – zuletzt etwa mit den Projekten »An Abyss« mit Tänzer:innen des Ballett Basel oder »Mikrokosmos«, das er gemeinsam mit der Quantenphysikerin Dr. Elena Hassinger umsetzte. Beständig ist er damit beschäftigt, den Horizont der elektronischen Klangerzeugung zu erweitern, etwa mit Künstlicher Intelligenz und Spatial Audio.
Fans der »Jazzclub Live«-Reihe sind womöglich beim Titel schon hellhörig geworden, denn Emilia Gołos hat schon im April mit ihrem Duo Gołos x Jasinska in Leipzig ihre atemberaubende Tastenkunst präsentiert. Ihr Klavierspiel versucht alles technisch Mögliche aus dem Instrument herauszuholen: präpariert, manipuliert und mit elektronischen Effekten variierend. Das facettenreiche Ergebnis bewegt sich zwischen kristalliner Ruhe und bedrückender Unheimlichkeit.
Bei dieser erstmaligen Begegnung treffen somit zwei Musiker:innen aufeinander, die sich seit jeher in den Zwischenräumen der Genrewelten wohlfühlen. Zugleich reiht sich ihr »First Date« in die lange Traditionslinie deutsch-polnischer Kollaborationen bei den Leipziger Jazztagen ein. Wie das Ganze klingen wird, ist selbstredend ungewiss. Nur eines ist sicher: Die Bühne wird zu einer experimentellen Wundertüte an bisher ungehörter Klangkunst.



