Let’s talk about Jazz… und andere schöne Künste

Wir als Jazzkalender-Redaktion haben dagegen selbstredend nichts einzuwenden, im Gegenteil! Gilt es doch seit jeher, für jede Lektüre den passenden Soundtrack und umgekehrt für jede Musik das literarische Pendant zu finden. Und überhaupt – haben sich in der Geschichte nicht ohnehin zahlreiche Musiker:innen als zugleich literarisch äußerst begabt erwiesen? Man denke nur an Patti Smith, die jüngst mit »Bread of Angels« einen neuen grandiosen Roman vorgelegt hat. Und auch in der Jazzhistorie wimmelt es geradezu vor Grenzgängen zwischen den beiden Sphären: Stichwort Gil Scott-Heron. Oder Boris Vian. Oder Charles Mingus. Oder, oder, oder…
Von Mingus ist es wiederum nicht weit zu Miles Davis, prägt doch auch er bis heute wie nur wenige andere den klassischen Jazzkanon. Anlässlich seines nahenden 100. Geburtstages im Mai erschien kürzlich eine überaus lesenswerte neue Biographie über den trompetenden Großmeister: In »Sound eines Lebens« taucht Stefan Hentz tief ein in die Jazzgeschichte und verknüpft Werk und Leben des »Prince of Darkness« auf erstaunliche wie gleichermaßen akribische Weise. Umso mehr freuen wir uns, dass wir Hentz für eine musikalische Lesung gewinnen konnten. Am 21. März wird er sein neues Buch im Rahmen des »Leipzig liest«-Festivals in der Galerie KUB präsentieren. Begleitet wird er dabei von Volker Heuken und Lorenz Heigenhuber, die just für diesen Abend Eigenkompositionen mit Versatzstücken aus Davis‘ Werk in ungeahnte Einklänge bringen werden.
Dass es für lyrische Momente nicht zwangsläufig der Literatur bedarf, unterstreicht fünf Tage darauf die Formation Garden Of Silences. Denn auch ihr instrumentaler Sound erzählt Geschichten, die der poetischen Schönheit großer Literatur in nichts nachstehen. Gibt man sich ihnen hin, entführen sie uns in ungeahnte Klanggegenden, irgendwo zwischen Barock, moderner Avantgarde und zeitgenössischem Jazz. Oder ins UT Connewitz, wo das Quartett am 26.03. seine Leipzig-Premiere feiern wird.
Doch das ist erst der Anfang! Über 40 weitere Termine kultureller Art erwarten euch auf den folgenden Seiten. Darunter befinden sich Hochkaräter wie das dreitägige LeipJAZZig-Festival, eine überaus spannende Bach-Ellington-Interpretation sowie eine neue Ausgabe des »Kids Jazz«-Festivals.
Ihr merkt es schon: Momente der Langeweile sind diesen Monat rar gesät! Und wenn sie euch doch einmal überkommen – genießt sie!
Bis bald,
Luca
Jazzkalender-Redaktion
