Campus Jazz | From Bach to Ellington (GB/CH)

Bach und Ellington hatten mehr gemeinsam, als die Unterscheidung Klassik–Jazz vermuten lässt. Sie waren Improvisatoren erster Klasse, verwendeten ausgetüftelte Kontrapunktik und noch dazu ist von Ellington bekannt, wie sehr er sich von der europäischen Kunstmusik beeinflusst sah.
Auf diesen Brücken über die Genregrenzen hinweg begegnen sich nun der schweizer Pianist Michael Arbenz und der britische Saxophonist Andy Sheppard. Während ersterer eine klassische Ausbildung genoss – immer mit einem Faible für Jazz –, ist Sheppard begnadeter Jazzer, der wiederum schon bei Arbenz Einspielung von Maurice Ravels »Bolero« mitgewirkt hat. Ihre Kunst liegt darin, sich nicht an die Originale anzubiedern. Dem eingängigen »C-Dur-Präludium« von Bach begegnen sie improvisierend mit wunderbar unakademischem Kontrapunkt. »African Flower« von Ellington wird dagegen mit einem impressionistischen Touch am Klavier versehen.
So verschränken sich Bereiche, die sich vermeintlich beißen und letztlich stehen nur noch zwei Virtuosen auf der Bühne, zwei Großmeister im Geiste hinter ihnen. Die Genres werden nichtig, nur noch der Klang zählt. Ein wahrer Genuss!


















