Jazzprojekte des jazzclub leipzig e.V.

- Erik Truffaz (Bild Steffen Pohle)
Die Grundlage für die Vereinsarbeit bildet die Vereinssatzung vom 9. November 2004, worin folgendes festgelegt ist:
§ 2 Zweck des Vereins
(1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnittes Steuerbegünstigte Zwecke der Abgabenordnung.
(2) Zweck des Vereins ist die Förderung jazzmusikalischer Aktivitäten in der Stadt Leipzig mit dem Ziel, Verständnis und Interesse für diese Musik in der Bevölkerung zu wecken sowie überregional zum Erscheinungsbild einer vielseitigen Musikstadt Leipzig und einer vielschichtigen Kulturlandschaft Sachsen beizutragen.
(3) Dazu stellt sich der jazzclub leipzig e.V. insbesondere folgende Aufgaben:
- Vorbereitung und Durchführung der Leipziger Jazztage
- Durchführung jazzmusikalischer Veranstaltungen in der Stadt Leipzig
- Initiierung von Workshop-Angeboten
- Öffentlichkeitsarbeit.
Den wesentlichen Schwerpunkt bei der Umsetzung des Vereinszwecks bilden dabei die Leipziger Jazztage.
Diese haben sich zu einem Festival entwickelt, das als eine profilbestimmende Komponente des Kulturlebens der Stadt anerkannt wird und internationale Ausstrahlung besitzt. Das Festival ist das bedeutendste seiner Art und das einzige in dieser Größenordnung in den Neuen Bundesländern. Über den Kreis der unmittelbar am Jazz Interessierten hinaus assoziiert sich das Erscheinungsbild der Musikstadt Leipzig heute auch mit den Jazztagen.
Die Leipziger Jazztage genießen eine hohe Akzeptanz bei den Besuchern und haben auch ein jüngeres Publikum für sich gewinnen können. Neben Besuchern aus Leipzig und dem Umkreis zieht das Festival auch eine erhebliche Zahl von Jazz-Touristen an, die alljährlich, auch aus den Alten Bundesländern, speziell zu den Jazztagen anreisen. So erreichen uns auch viele Besucheranfragen aus den westlichen Bundesländern.
Es bestehen langjährige Kooperationen mit ARD-Rundfunkanstalten, hier sei insbesondere die Medienpartnerschaft mit dem Mitteldeutschen Rundfunk genannt. Diese Partnerschaften sind als Zeichen für das Ansehen der Leipziger Jazztage in der heutigen bundesdeutschen Festivallandschaft zu werten und tragen wesentlich zur Verbreitung von Leipzigs Image als bedeutende Musikstadt bei.
Auch im Ausland werden die Leipziger Jazztage in einer für die Musikstadt Leipzig werbenden Weise wahrgenommen. So wurde im Februar 2008 unser Festival im österreichischen Hörfunksender Ö1 neben Gewandhaus und Oper gestellt und ?zu den besten in der europäischen Festivallandschaft gezählt?. Im Wiener Magazin für Musik und Lebenskunst nehmen die Leipziger Jazztage im Rahmen einer neunseitigen Abhandlung über die Kulturszene in Leipzig einen überragenden Platz ein.
Hinsichtlich der künstlerischen Programmatik ist auch für die folgenden Jahre vorgesehen, zeitgenössischen Jazz in seinem Facettenreichtum zu präsentieren. Gerade bei einer so vitalen Kunstform wie dem Jazz mit seinen fortwährenden Weiterentwicklungen kann dies nur in enger Tuchfühlung zum aktuellen internationalen musikalischen und gesellschaftlichen Geschehen realisiert werden. In diesem Sinne wird angestrebt, mit dem Programm aktuelle Entwicklungen aufzuspüren und dementsprechende thematische Akzente zu setzen.
Auch wenn sich innerhalb eines Festival-Jahrgangs nicht immer alle vorgenannten Aspekte vollständig verwirklichen lassen, so sollen diese jedoch längerfristig bei der Programmgestaltung mitbedacht werden. Vorrangiges Ziel ist es, spannungsvolle und hochinteressante Programme zu entwickeln, die ? ohne sich der Gefahr der Beliebigkeit auszusetzen ? starkes Publikumsinteresse wecken und zugleich künstlerische Maßstäbe setzen.
Mit der Integration einer ?Jungen Strecke? entwickelt sich das Festival weiter und setzt seit 2008 neue Akzente in der Nachwuchsarbeit.
Unser Ziel ist es, ein breites Publikum für den zeitgenössischen Jazz zu interessieren. Durch die Vorstellung angesagter Ensembles und das Aufzeigen der Variabilität schöpferischen Schaffens im Jazz sollen jüngere Zuhörergruppen verstärkt für die Musik begeistert und die Jugendkultur bereichert werden. Intendiert ist damit auch eine generationenverbindende Wirkung. Denn es werden gleichzeitig das Interesse und das Verständnis eines etablierteren Publikums für aktuelle Strömungen der Musik geweckt. Jenseits des tradierten Jazzbegriffs soll die "Junge Strecke" die Interessen des jungen Publikums besser berücksichtigen und damit die Bandbreite des musikalischen Angebots vergrößern.
Aus den positiven Erfahrungen der Vergangenheit wird die Reihe "Jazz für Kinder" weiter ausgebaut. Mit speziell für die Bedürfnisse von Kindern ausgerichteten Programmen soll Familien die Möglichkeit auf ein gemeinsames musikalisches Erlebnis gegeben werden. Mit begleitenden Workshops, unter Einbindung verschiedener Musikschulen und den Hochschulen für Musik in Sachsen, entsteht die Gelegenheit, mit Musikern in Kontakt zu kommen. Das gemeinsame Musizieren und das Kennenlernen der vielfältigen Instrumente sollen Sinne öffnen, Interesse wecken und durch schöne Erinnerungen motivierend wirken.
Der jazzclub leipzig e.V. verwirklicht so sein konstitutiv verankertes Ziel, die Nachwuchsarbeit auch vor der Bühne stattfinden zu lassen. Auch damit kann der Überalterung des Publikums entgegnet werden, einem Effekt, mit dem sich nicht nur die klassische Musik konfrontiert sieht und der nicht allein auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist.
Zusammenfassung, das Anliegen und Ziele des jazzclub leipzig e.V. u.a.
- innovative Strömungen aufzeigen
- hochtalentierte Newcomer vorstellen
- große Namen und Wegbereiter des Jazz präsentieren
- europäische Jazzentwicklung schwerpunktmäßig darstellen, unter besonderer Berücksichtigung des ost- und südosteuropäischen Musikgeschehens
- neue musikalische Begegnungen initiieren
- spezielle Festivalprojekte entwickeln und ggf. beauftragen
- generationenverbindende Wirkung
- Verständnis des etablierten Publikums für aktuelle Strömungen der Musik wecken
- Jugendkultur auch an klassische Formen des Jazz heranführen
- Nachwuchsarbeit auf und vor der Bühne
- Sinne öffnende Erlebnisse für Heranwachsende, die auf ihrem weiteren Lebensweg motivierend wirken können
- kulturellen Austausch vertiefen
- Kooperationen als Netzwerk aufbauen
- interdisziplinären kulturellen Bildungsansatz verfolgen durch spartenübergreifende Präsentationsformen wie Ausstellungen, Vernissagen, Filmvorführungen




