Leipziger Jazztage
Vorwort des Schirmherren der 33. Leipziger Jazztage
Freiheit und Musik gehören zusammen. Musik kennt keine Grenzen - auch deshalb ist sie eine besondere Botschafterin. Daran erinnern die 33. Leipziger Jazztage, wenn sie Bezug nehmen auf die Ereignisse vom Oktober 1989 und das damals stattfindende Festival. Musiker, denen vor 20 Jahren die Einreise verweigert wurde, können heute ganz selbstverständlich nach Leipzig kommen und ihre Gefühle und Gedanken in Melodien, Rhythmen und Texten ausdrücken.
Die Leipziger Jazztage nehmen sich aber auch die Freiheit, in diesem Jahr nicht nur zurück, sondern nach vorn zu blicken. Dafür sorgt die Etablierung der "Jungen Strecke", in die innovative Musikerinnen und Musiker das junge Publikum locken werden. Und natürlich kommen die ganz jungen Hörerinnen und Hörer mit dem Kinderjazzkonzert wieder auf ihre Kosten.
Die Gäste der Jazztage sind ganz unterschiedlicher Couleur und gehören allen Altersgruppen an. Musik überwindet nicht nur Grenzen - sie schafft aus auch, zu verbinden. Diese außergewöhnliche Gabe hat nichts an Bedeutung verloren und scheint mir für das Jetzt und Hier sehr wichtig zu sein.
Ich wünsche den 33. Leipziger Jazztagen, seinen Künstlerinnen und Künstlern, viel Erfolg und dem Publikum viel Freude mit der Musik!
Thomas Jurk
Stellvertretender Ministerpräsident
Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit
Grüßwort des Leipziger Oberbürgermeisters zu den 33. Leipziger Jazztagen
Liebe Freundinnen und Freunde hochkarätiger zeit-genössischer Jazzmusik, ich heiße Sie herzlich Willkommen zu den traditionsreichen Leipziger Jazztagen!
Im 33.Festivaljahr ist es den Veran-staltern erneut gelungen, ein an Höhepunkten reiches Programm zusammen zu stellen und so den Ruf der Leipziger Jazztage als renommierteste Veranstaltung ihrer Art in den jungen Bundesländern zu unterstreichen. Mehr noch: Dieser Jahrgang wartet mit konzeptionel-len Erweiterungen, neuen Angeboten für ein jüngeres Publikum sowie vier hinzugekommenen Spielstätten auf, er präsentiert - wie in jedem Jahr - zudem ein eigenes anspruchsvolles Projekt: in Reflektion der 14.Leipziger Jazztage von 1989 widmet sich "Transatlantic Freedom Suite Tentet" unter der künstlerischen Leitung von Günter "Baby" Sommer dem 20.Jahrestag der Friedlichen Revolution in Deutschland, erinnert an die entscheidenden Montagsdemonstrationen in unserer Stadt.
All dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil der veranstaltende jazzclub leipzig e.V. sowohl sein überregional namhaftes Festival als auch zahlreiche weitere Aktivitäten nahezu ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement, Sponsoren und Förderer realisiert. Hierfür möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten aufrichtig und herzlich bedanken.
Den 33.Leipziger Jazztagen wünsche ich viel Erfolg sowie zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher.
Ihr Burkhard Jung
Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
jazzclub leipzig e.V. - Vorwort zu den 33. Leipziger Jazztagen
"Ach wie beneide ich immer Leipzig um seine Musik!" Clara Schumann
Ein herzliches Willkommen zu den Leipziger Jazztagen!
Seit nunmehr 33 Jahren sind die Leipziger Jazztage Teil des traditionsreichen und lebendigen Musiklebens in Leipzig. Der Jazzclub Leipzig präsentiert 2009 ein Programm, das den Anspruch als wichtigstes ostdeutsches Festival für zeitgenössischen Jazz unterstreicht. Auch neue Gleise werden befahren. So finden im Vorfeld der großen Abendkonzerte Veranstaltungen an neuen Spielorten statt, die als Junge Strecke eine jüngere, für den Jazz noch zu gewinnende Zuhörerschaft ansprechen, aber ebenso für das Stammpublikum attraktiv sein dürften. Auch an den bekannten Spielstätten des Festivals - Opernhaus, Moritzbastei, naTo und Evangelisch-reformierter Kirche - wird hochkarätiger internationaler Jazz zu erleben sein, darunter ein eigenes Festivalprojekt mit Bezug zu ´89.
Im traditionellen Konzert in der Moritzbastei erleben wir das Wolfgang Haffner Trio mit Acoustic Shapes. Haffner steht für treibenden Groove - und für ebendies bürgt auch der Name Nik Bärtsch, der die Abendkonzerte im Opernhaus eröffnet. Mit seinem Quintett Ronin weiht er uns ein in die Mysterien des Zen-Funk. Eine Festivalpremiere ist der Auftritt der schwedischen Sängerin Rigmor Gustafsson, die ihre neue Zusammenarbeit mit dem viel beachteten radio.string.quartet.vienna vorstellt. Die vier Spezialisten haben vor allem durch ihre beeindruckende Adaption früher McLaughlin-Kompositionen für viel Wirbel gesorgt. Erstmals in Leipzig zu hören ist auch das Ray Anderson / Marty Ehrlich Quartet. Ray Anderson, einer der technisch versiertesten Posaunisten, und Multiinstrumentalist Marty Ehrlich bilden mit dem Bassisten Brad Jones und dem Drummer Matt Wilson eine wirkliche All-Star-Band.
Der israelische Bassist Avishai Cohen präsentiert das auf Blue Note Records eingespielte Album Aurora (deutsche Festivalpremiere). Aus New York kommt Ausnahmegitarrist Marc Ribot mit seinem schrägen Power-Trio Ceramic Dog sowie als special guest die Sängerin und Violinistin Eszter Balint.
Anlässlich des 20. Jubiläums der Friedlichen Revolution in Deutschland und in Erinnerung an die 14. Leipziger Jazztage hat der jazzclub leipzig e.V. mit dem Transatlantic Freedom Suite Tentet (u.a. mit Günter ?Baby? Sommer, Barre Phillips und Wadada Leo Smith) wieder ein eigenes Projekt initiiert. In einem generationsübergreifenden Ensemble verbinden sich zwei kontinentale Strömungen zeitgenössisch improvisierter Musik. Freie, grenzüberschreitende Spielweisen sollen auch an die Anfänge der Leipziger Jazztage erinnern, als der Drang nach freierer Lebensweise im Jazz seinen Ausdruck fand.
Mit dem Aufbau einer Jungen Strecke locken die Jazztage verstärkt das junge Publikum. Bei der erstmaligen Open-Air-Veranstaltung Jazz im Pool legen DJanes Lucille du Basse und Lucis Elektro-Jazz im Schreberbad auf. Micatone um Lisa Bassenge serviert uns prickelnden Nu Jazz, umrahmt von den treibenden Beats der DJs Igor Boxx und Mazzoll sowie Lucille du Basse - alles im Werk II. Im UT Connewitz präsentiert Eivind Aarset mit Sonic Codex elektronischen Jazz; sein Konzert wird von einer eigenen Visualisierung begleitet.
Die beliebte Reihe Jazz für Kinder wird mit der funkigen Top Dog Brass Band in diesem Jahr wieder auf die große Opernbühne ziehen. Außerdem findet in der Uni-Kinderklinik eine Kinderjazzküche statt. Kinder kochen gemeinsam mit den Musikern aus allerlei Zutaten ein buntes Potpourri.
Shootingstar Adam Bałdych (E-Geige) mit Damage Control und die Band 100nka repräsentieren die enge Verbindung des Festivals zur Jazzszene in Polen. Progressive Fusion und experimenteller Nu Jazz werden die naTo zum Beben bringen.
Ein Herzensanliegen des Leipziger Jazzclubs ist die engere Vernetzung der regionalen Jazzszene. Dies kommt auch im Programm der diesjährigen Jazztage zum Ausdruck. Thomas Moritz und seine Mitstreiter von der Initiative Leipziger Jazzmusiker gestalten das Konzert in der Kinderklinik; Werner Neumanns Boom Town Orchestra (special guest: Neu-Leipziger Johannes Enders) sorgt in der NaTo für Spannung; und in Horns Erben erleben wir Change Request mit den Gewinnern des Leipziger Jazznachwuchspreises der Marion-Ermer-Stiftung Jan Roth, Sascha Stiehler und Antonio Lucacio. Auch die im letzten Jahr erfolgreich wiederbelebte Jamsession wird stattfinden. Und für das Konzert in der Evangelisch-reformierten Kirche konnten wir Universitätsmusikdirektor David Timm gewinnen, der im Duo mit dem dänischen Trompeter Jens Winther auftritt. In diesem Duo verschmelzen zwei musikalische Traditionen Leipzigs, die der Bachstadt und die einer Stadt des Jazz.
Darüber hinaus zeigen die Passage-Kinos im Rahmen der 33. Leipziger Jazztage den Dokumentarfilm Play your Own Thing von Julian Benedict: eine Reise zu Ursprüngen, Anfängen und Wandlungen des Jazz in Europa.
Wir freuen uns über die Schirmherrschaft des Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Staatsministers für Wirtschaft und Arbeit des Freistaates Sachsen, Herrn Thomas Jurk, und danken allen Förderern und Sponsoren, die auch in diesem Jahr die Rahmenbedingungen für die Leipziger Jazztage gesichert haben. Gleichzeitig gilt unser Dank auch allen Verantwortlichen der beteiligten Spielstätten sowie ganz besonders den vielen ehrenamtlichen Helfern des jazzclub leipzig e.V., durch die das Festival in dieser Form überhaupt erst zustandegekommen ist.
Viel Spaß bei allen Veranstaltungen und bleibende Erinnerungen an die 33. Leipziger Jazztage wünscht der jazzclub leipzig e.V.



