Zukunftsmusik

Festivalvideo

Die Leipziger Jazztage werden sich in ihrem 43. Jahrgang, vom 10.- 19. Oktober, der Zukunft gewidmet haben – mit Zukunftsmusik. Zwischen heutigen Jazzutopist*innen und Pionier*innen der Jazzgeschichte, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Fortschrittsglauben und Science-Fiction, zwischen Utopie und der Landung auf dem Mond. Jazz strebt seit über 100 Jahren nach vorn: Raus aus der Gegenwart, rein in die Zukunft. Was bedeuten die globalen Veränderungen unserer Zeit für die Musik? Wir wollen zeigen, dass Vieles im Jazz noch Zukunftsmusik ist – und dass Jazz nach wie vor eine Musik der Zukunft ist. Das Festivalprogramm wird an 10 Tagen und an einer Vielzahl von Spielorten, Konzerte präsentiert haben, die in die Zukunft lauschen, die das technologische und (kosmo-)politische Potential des Jazz für seine eigene Zukunft, aber auch die unserer Gesellschaft, abzubilden versuchen.

Anders als in den vergangenen Jahren ist der Abschlussabend im Opernhaus am 19.10. mit Ausnahmegitarrist John McLaughlin + The 4th Dimension (mit Gary Husband, Ranjit Barot und Etienne M’Bappe) lediglich ein vorläufiger Punkt unter den 43. LJT. Eröffnet wir der Opernabend mit der Uraufführung des Projekts »Inseparable. Unteilbar«. Dabei handelt es sich um eine, eigens für Leipziger Big Band Spielvereinigung Sued und den MDR-Rundfunkchor geschriebene Komposition des US-amerikanischen Schlagzeugers und Komponisten John Hollenbeck mit einem Libretto der Lyrikerin Nora Gomringer. Weniger als 40 Tage nach diesem vorläufigen Ende erwarten wir in der Kongresshalle am Zoo einen musikalischen Innovator, der wie kaum ein anderer mit Erwartungen gebrochen hat und seine Musik, Jahrzehnt um Jahrzehnt an der Zukunft wachsen ließ: am 27. November ist Herbie Hancock in der Stadt. 

Die 43. LJT beweisen 2019 nicht nur einen langen Atem, sondern machen bereits mit einem Kick-Off-Konzert am 6.10. Lust auf die zehntägige Jazz-Zeit – das offene Kollektiv Brigade Futur III spielt im soziokulturellen Zentrum die naTo, um in Zukunft, über die Zukunft verhandelt zu haben.

Offiziell eröffnet wird mit dem Leipziger Jazznachwuchspreis 2019 (Preisträger*in wird noch bekannt gegeben werden) im UT Connewitz. Im Anschluss verbindet Tubes & Wires, das genresprengende Quartett von Saxofonist Niels Klein, Science-Fiction und Alternative Rock zu futuristischen Sound-Collagen. Mitte der 50er-Jahre öffnete der Konzeptkünstler Sun Ra, durch seine Free Jazz Variationen und seine fiktionalen Narrative, afrofuturistische Denkräume. Altsaxofonist Marshall Allen, ältestes Mitglied des virtuosen Free-Jazz-Kollektivs Sun Ra Arkestra übernahm nach dem Tod Sun Ras die Leitung des Arkestras, bildete zahlreiche Musiker*innen in dessen Geiste aus und führt die gegenwärtige Besetzung in der zweiten Festivalwoche ins Westbad. Im Anschluss übernehmen Erika Stucky, die das Jodeln in neue Gefilde führt und FM Einheit, Mitglied von Einstürzende Neubauten, die Bühne.

Erneut werden wir uns nicht mit 10 Tagen begnügen – die Nächte nehmen wir mit dazu. Stichwort: Nachtkonzerte. Konzertbeginn: 23:59 Uhr. Punkt.Vrt.Plastik, das Trio von Kaja Draksler, Christian Lillinger und Peter Eldh führt die Möglichkeiten des durch den Free Jazz emanzipierten Ensemblespiels auf neue, kompositorisch noch nicht erschlossene Höhen. „Welche Töne bleiben von der Erde, wenn sie einmal nicht mehr ist?“, fragt Rocket Men. Zwischen Jazz, Dub, Elektronik und HipHop nutzt die junge deutsche Band die „Freiheit des Jazz“ als Anker, die „Unendlichkeit des Universums“ als Inspirationsquelle und blickt aus dem All auf den klanglichen Kosmos unseres Planeten. Philipp Gropper’s Philm (mit Robert Landfermann, Oliver Steidle, Elias Stemeseder) erschafft eine großflächige, assoziationsreiche Improvisationsmusik. Das letzte (Nacht)konzert der Jazztage wird die Kölner Band SALOMEA – im HipHop-Orbit um den Jazzplaneten kreisend, im Liveclub Telegraph spielen. Natürlich sind hiermit längst nicht alle Namen und Orte genannt – von unserem Rahmenprogramm einmal ganz so schweigen. Werft einen Blick auf die Rückseite dieser Broschüre, besucht uns auf unseren Social-Media-Kanälen und folgt unserer Spotify-Playlist – damit bleibt Ihr auf dem neusten Stand und hört nichts als [ˈtsuːkʊnftsmuziːk]. 

Die Leipziger Jazztage werden vom Jazzclub Leipzig veranstaltet und durch die Unterstützung des Kulturamts der Stadt Leipzig, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Festival-Premiumpartner Ur-Krostitzer, Leipziger und BMW Niederlassung Leipzig sowie weiterer Partner ermöglicht. 

 

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