FISH AND CHIPS

Die Leipziger Jazztage reichen in ihrer 42. Ausgabe vom 11. bis 20. Oktober 2018 »Fish and Chips«. Unter der Schirmherrschaft von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung bringt das Festival an zehn Tagen und zehn Spielorten weit über 100 internationale MusikerInnen zusammen auf die Bühne, die sich nicht nur dem musikalischen Erbe Großbritanniens, sondern auch seiner jungen, vielversprechenden Jazzszene widmen. Bisher bestätigte Live-Acts sind: 

Norma Winstone Trio w/ Klaus Gesing & Glauco Venier

Dave Holland’s Aziza w/ Chris Potter, Lionel Loueke & Eric Harland

Joshua Redman’s James Farm w/ Aaron Parks, Matt Penman & Eric Harland

Empirical

Avishai Cohen Quartet

Yazz Ahmed

Kit Downes solo

Elliot Galvin Trio

Oli Steidle & The Killing Popes

Queen Jazz w/ Christian Kögel, Peter Ehwald, Kai Brückner & Uli Kempendorff

Weitere KünstlerInnen folgen in den nächsten Wochen. Der Kartenvorverkauf für alle Konzerte startet im Juni, traditionell wird es auch einen Festivalpass für alle Konzerte geben. 

Aber warum gerade jetzt »Fish and Chips«? Wollen denn nicht gerade in diesen Tagen viele Briten den Brexit, also raus aus Europa? Warum sollten wir sie dann auf die Bühne „zurückholen“? Zunächst wollen wir nicht den Fehler machen, der viel zu oft in der Öffentlichkeit gemacht wird – nämlich die EU mit Europa zu verwechseln. Auch über den Brexit hinaus bleibt das Vereinigte Königreich Teil des europäischen Kulturraums. Gerade wegen seiner kulturellen Vielfalt und seinen engen Bindungen zu den USA – dem Mutterland des Jazz – bleibt das Land wichtig für Kontinentaleuropa. Also reichen wir zum Festival »Fish and Chips« – auch, weil wir davon überzeugt sind, dass sich nach Jahrzehnten der britischen Pop-Dominanz (Beatles, Stones, Bowie, Sex Pistols, Depeche Mode, Oasis…) in jüngster Vergangenheit unglaublich vielseitiger Jazz aus Großbritannien an die Oberfläche schiebt. Deshalb geben wir unserem Festival erstmals seit über zehn Jahren wieder einen Länderschwerpunkt, nachdem wir zuletzt Themen wie »Cinematic Jazz«, »Schöne Künste« und den »Gitarrengipfel« im Programm hatten. »Fish and Chips« verspricht nicht nur ein künstlerisch reizvolles Festival, sondern es ist auch Ausdruck dessen, was wir seit wenigen Jahren im Jazz beobachten: Insbesondere junge MusikerInnen beziehen zunehmend politisch Stellung, initiieren internationale Projekte und Solidaritätskonzerte:

Jazz wird wieder heterogener und er wird gesellschaftlich ambitionierter, er spiegelt wieder verstärkt den Zeitgeist. In diesem Sinne verstehen wir »Fish and Chips« auch als ein kreatives Beschwören der europäischen Idee.

Die Leipziger Jazztage werden vom Jazzclub Leipzig veranstaltet und durch die Unterstützung des Kulturamts der Stadt Leipzig, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Festival-Premiumpartner Ur-Krostitzer und BMW Niederlassung Leipzig sowie weiterer Partner ermöglicht. In diesem Jahr unterstützt auch das British Council die Jazztage.

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