Mouse on Mars

Mouse on Mars

Klangdiversität vom Allerfeinsten. Spektrum? Von Afrobeat-Elementen und Glitch über Krautrock und Grunge hin zu Techno und Ambient.

»Dimensional People« ist das elfte Studioalbum der deutschen Elektronikgruppe Mouse on Mars und darf als ihr bisher abenteuerlichstes Werk gelten. Das Album ist ein Orchesterstück, bei dem Musiker sich frei ausdrücken. Der Anspruch des ursprünglich Köln/Düsseldorfer-Duos  war von Beginn an die Entdeckung der Menschlichkeit im Elektroniksound, ein im besten Sinne sehr deutsches Thema – an dieser Stelle ein Verweis auf den gerade wiederentdeckten Elektronik-Veteranen Klaus Schulze, dessen frühe Alben eine Art Primärquelle für diese Musik sind. 

Mouse on Mars gehörten und gehören immer auch zu jenem Typ Indie-Musiker, der sich seiner Unabhängigkeit bewahren und nicht von großen Major-Labels abhängig sein will. So bleibt Spielraum für eigene Musik. Musik, die sich jeder Konformität entzieht und von Grund auf nicht die Anzahl der Downloadklicks und Partyvolk-Bedürfnis-Befriedigung im Sinn hat. Auch »Dimensional People« trägt den Indie-Gedanken in sich, erst recht, wenn man die Entstehung des Albums nachvollzieht. Das Konzept der Musik sieht vor, dass jeder in der Musik seinen Freiraum findet und über das dialogische Prinzip miteinander interagiert. Für das Projekt haben sich Mouse on Mars über 50 Musiker*innen eingeladen, Bläser, Streicher, Stimmen. Mit dabei sind der aus der Indie-Folk-Band Bon Iver bekannte Multiinstrumentalist Justin Veron, die US-amerikanische Sängerin und Rapperin Amanda Blanks und Zach Condon, Frontman der Indie-Rock-Band Beirut. Auch die Warschauer Straße in Berlin erhält einen Credit als Lärmgeber. Dabei sind es die Gäste selbst, die die Koordinaten des Freiraumes festlegen. Auf diese Weise entsteht Kontrollverlust, aber auch der Moment in der Musik, der den kreativen Schaffensprozess am besten sichtbar macht: Intuition. Eine Herangehensweise, die dem Jazz wesensverwandt ist. So entsteht ein organischer Klangkosmos, der das Spektrum aus elaborierten Sounds und fragmentierten Melodien um Afro-Beat-Jazz-Pulse, Ambientflächen und Robo-Raps erweitert. Mouse-on-Mars-Liveauftritte hinterlassen stets das Gefühl einer hocheffizienten High-Speed-Kur, bestehend aus Psychoanalyse, Wellness-Behandlung und Adrenalin-Schocktherapie. Bring your dancing shoes! Bring your thinking cap!

Jan St. Werner (live electronics, synth), Andi Toma (live electronics, synth), Dodo NKishi (dr, perc, g), Andrea Belfi (dr), Hilary Jeffery (tp, tb), Moritz Ghost (Sonic Robots)

 

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