Freitag, 21.02.2020
19:00 Uhr
MDR-Orchestersaal / HMT

Kidsjazz L.E.

Das internationales Kinderjazzfestival geht in die elfte Runde und lädt wieder ein zu tollen Konzerten und Workshops • vom 21. - 23.2.

19:30 Uhr
Westbad

LoveMusik

Ein Musical in zwei Akten von Kurt Weill und Alfred Uhry • Cusch Jung (Insz), Christoph-Johannes Eichhorn (ltg) • auch 22., 25. 2.

20:00 Uhr
Horns Erben

Crizz Green - a tribute to Al Green

Spricht man von Soul, spricht man von Al Green. Eine Hommage an den Musiker, der es bis heute schafft mit seiner Stimme zu verzaubern • Crizz Noack (voc, g), Markus Christ (dr), Steffen Greisiger (org), Jakob Maes (tp), Judy Key (sax),

Kati Hautmann (voc), Alex Jaeckel (voc)

20:00 Uhr
Café Bubu

Man On A Island »Songs From The Garden«

Im Februar von knospendem Grün träumen. Der Leipziger Singer/Songwriter lädt mit der Musik seiner neuen EP zum Entspannen ein

Samstag, 22.02.2020
20:00 Uhr
Horns Erben

Funk Fragment

„Damn that's what I call Music!“ [YouTube-Kommentar unter einem der Videos der Band] • Jan Zeimetz (dr), Jonah Roth (g), Johannes Kellig (b), Julius Weber (keys)

20:00 Uhr
Gewandhaus, Großer Saal

The Management Symphony

Dirigiert vom jungen Talent Omer Meir Wellber werden Stücke von Ludwig van Beethoven, sowie Johannes Brahms aufgeführt

20:00 Uhr
UT Connewitz

Jozef van Wissem

Wer Jim Jarmuschs »Only Lovers Left Alive« gesehen hat und danach die Handschuhe nicht mehr ablegen und mindestens für immer lesen, musizieren & lieben wollte, sollte diesen Abend nicht versäumen. Van Wissem und Jarmusch zeichnen gemeinsam für den Soundtrack des Films verantwortlich • Support: Papivores

20:30 Uhr
die naTo

Voodo Jürgens

Österreichische Poesie in Songs verpackt, die anstacheln

Sonntag, 23.02.2020
18:00 Uhr
Schaubühne Lindenfels

Casino Fatale »Honig intravenös«

Eine exzentrische Band und sicherlich auch eine abgedrehte Vorstellung ihres Debütalbums »Honig intravenös«

20:00 Uhr
Gewandhaus, Großer Saal

Falco The Show

Falco Fans machen ja vieles mit. Vielleicht ist diese Veranstaltung zu »exaltiert«? Vielleicht aber auch genau das richtige, um mal wieder in »Out Of The Dark« zu versinken oder mit »Jeannie« mitzuleiden?

Dienstag, 25.02.2020
20:30 Uhr
Subbotnik

OXO OHO »Real Love Bei Mir«

Heiraten? Kinder kriegen? „Hört auf zu fragen“. Lieber Schnee von Ästen schütteln, den Plaste-Flamingo an die Hand genommen und ab zum Release-Konzert dieses flippigen Elektropop-Duos • Support: The Equipment

21:00 Uhr
A-Trane (Berlin)

Quiana Lynell Band

Aus ihrer Stimme spricht und singt die Liebe und der Sound der Band ist großartig - Vocal Jazz, der sich gewaschen hat • Quiana Lynell (voc), Daniel Meinecke (p), Jasen Weaver (b), Charles Burchell (dr)

21:00 Uhr
Noch Besser Leben

Rainald Brederling Quintett

Wo zum Teufel ist Rainald? Die selbstbetitelten „Jazz-Babies“, deren Quintett ’18 in Leipzig das Licht der Welt erblickte, spielen auch ohne ihren „Übervater“ sehr schöne Musik in der kleine Vögel im Schneesturm und einsame Bananen auftauchen • Sonia Loenne (voc), Robin Rauhut (p), Grégoire Pignède (b), Eddy Sonnenschein (dr)

Mittwoch, 26.02.2020
20:30 Uhr
Werkcafé im Kulturhof Gohlis
RADAR

RADAR

Rückblick: Es ist 2011 und erstes Laub liegt auf einer Wiese am Teich. Im Hintergrund vermengen sich die Grautöne sperriger Plattenbauten mit dem lichteren Grau des Himmels. Vier junge Männer in Lederjacken richten ihre Blicke fokussiert in die Kamera – hinter ihnen im Wasser dümpeln verträumt die Stockenten. Evgeny Ring, Sascha Stiehler, Philipp Rohmer und Dominique „Gaga“ Ehlert – kennengelernt haben sie einander in Leipzig – haben gerade als Evgeny Ring Quartet ihr Debütalbum Ya Tashus’ veröffentlicht. Erschienen ist es in der angesehenen Nachwuchsreihe Jazz Thing Next Generation bei Doublemoon Records. Mit „Blick zurück“ einer Komposition des 2016 für eine Russland-Tour zum Quartett hinzugestoßenen Gitarristen Bertram Burkert eröffnet nun – versonnen, aber nicht nostalgisch – das für den 20.02.2020 angekündigte Album RADAR (Egolaut Records). Unter diesem Namen ist die Band, die sich inzwischen als Kollektiv gleichberechtigter Partner versteht, nun auch unterwegs. Erwarten lässt das neue Album eine erstaunliche kompositorische Spannweite: Rings Verbindung zur Kunstmusik des 20. Jahrhunderts findet beispielsweise ebenso ihren Raum wie Burkerts Progrock-Elemente. Die Verschiedenheit der Stücke wird zusammengehalten von der gemeinsam gewachsenen Klangästhetik der Beteiligten. Der Blick nach vorn darf zuversichtlich gewagt werden!

 



Evgeny Ring (sax), Bertram Burkert (g), Sascha Stiehler (p), Philipp Rohmer (b), Dominique Ehlert (dr)

 

VVK 12/8 € zzgl. Gebühr bei Culton Ticket, AK 14/10 €

Donnerstag, 27.02.2020
20:00 Uhr
Spizz

The Hamburg Blues Band

Chris Farlow und Krissy Matthews sind auch mit von der Partie. Seit 38 Jahren spielen die Nordlichter bereits zusammen Bluesrock

20:30 Uhr
Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon
Zwitschermaschine

Zwitschermaschine

Vier falsche Vögel sitzen – selbst Bleistift und schwarze Tinte vor rosa-violettem Aquarell – auf einem zweifach gebogenen Ast. Dieser ist zugleich die Kurbel, die den weit aufgerissenen Vogelschnäbeln mechanisch kratzigen Gesang entlocken könnte. Gesetzt den Fall die Zweidimensionalität von Paul Klees »Die Zwitschermaschine« löse sich auf und schüfe Platz für die Kurbler*in. Was auf dem 1922 entstandenen Gemälde – häufig als Klangsymbol der Moderne interpretiert – nicht funktionieren kann, löst die Zwitschermaschine des Altsaxofonisten Mark Weschenfelder klanggewaltig ein. Das Ensemble vereinigt vier von einer Rhythmusgruppe angekurbelte Bläser. Auf unorthodoxe Art und Weise wird der Bandsound von zwei Flöten bestimmt, die neben, mit oder vor Saxofon, Posaune, Gitarre und Bass flirrend, glitzernd, zwitschernd aufziehen. Weschenfelders Kompositionen kommen kompakt, farbenreich, rasant und ohne simple Startrampen für improvisatorische Selbstdarstellungen daher. Das Debütalbum der Band, »System for Us«, ist 2019 bei WhyPlayJazz erschienen und bündelt sieben Individualisten in einem dichten, gemeinsamen Klang aus dem derweilen kleine Soli lichtblitzartig auffahren. Wohltuend kraftvolle, ungeschwätzige Musik.



 

Mark Weschenfelder (as, cl, comp), Paul Berberich (fl, as), Vincent Bababoutilabo (fl, afl), Adrian Kleinlosen (pos), Joachim Wespel (g), Andris Meinig (kb), Florian Lauer (dr)

21:00 Uhr
Pracht

Alternitive

Club Event in der prächtigen Kneipe des Leipziger Ostens • Hanno Leichtmann (multi-instruments), Valerio Tricoli (tapes), Judith Crasser (performances), Selekta Pehle (dj)

Freitag, 28.02.2020
19:30 Uhr
Anhaltisches Theater (Dessau)

Über Grenzen

Eine Kurt-Weill-Gala von »Der Silbersee« bis zu Walt Whitmans »Street Scene« • Danielle Beckvermit (S), Rolando Villazón (T), Vladimir Korneev (B), Thomas Neuhoff (Dgt), Anhaltische Philharmonie Dessau • Kurt Weil Fest 28.2. - 15.3.

20:00 Uhr
Felsenkeller, Naumanns

JuJu Rogers & Negroman - »Black History Month« Tour

Rap von zwei verbrüderten Freunden, die sich durch ihre doch so unterschiedliche Darbietung ergänzen und sich sound-technisch ineinander legen wie gefaltete Hände

20:00 Uhr
Horns Erben

Wood River »More than I can see«

Greve auf neuen Wegen – eine betörende Mischung aus Pop, Jazz, Ambient & Rock • Charlotte Greve (voc, as, synth), Keisuke Matsuno (g), Simon Jermyn (b), Tommy Crane (dr)

Samstag, 29.02.2020
11:00 Uhr
Bauhaus (Dessau)

We Fight Back

Weills musikalischer Beitrag gegen den Nationalsozialismus. Präsentiert wird ein multimediales Programm mit authentischen Tondokumenten sowie Fotos und Filmausschnitten aus den Jahren 1942 bis 1945 • Stefanie Wüst (voc), Reinhard Schmiedel (p), Dr. Jürgen Schebera (Texte) • Kurt Weil Fest 28.2. - 15.3.

19:00 Uhr
Heilandskirche

Confessio Musicale

Werke des Frühbarocks bis zur Frühromantik - von Michael Praetorius bis zu Felix Mendelssohn Bartholdy. 25 junge Musiker*innen aus Sachsen spielen mehrere Konzerte, die sie vorher in mühevoller Erarbeitung zusammengefügt haben • u.a. auch am 28.02. in der St. Laurentiuskirche

19:30 Uhr
Marienkirche (Dessau)

Unknown, I live with you

Die Geschichte eines Widerstandes afghanischer Frauen gegen ein repressives System und das Patriarchat. Leiterin des Stücks ist die preisgekrönte Komponistin Katarzyna Głowicka • Songs, Avantgarde, Live-Elektronik, Installationen zu Texten afghanischer Dichterinnen • The Airport Society, Katarzyna Głowicka (comp), Krystian Lada (reg) • Kurt Weil Fest 28.2. - 15.3.

20:00 Uhr
Conne Island

Retrogott & Hulk Hodn »Land und Leute«

Der Philosophen-Rapper mit der Stimme eines Frechdachses und der Produzent mit der größten Frischness haben es ein weiteres mal getan. Mikrofon-check-1-2!

20:00 Uhr
Die Tonne (Dresden)

Tim Allhoff

Ein Klavier spielender Klangpoet. Achtung, es besteht die Möglichkeit komplett in einem Meer aus Klangfarben unterzutauchen. • Tim Allhoff (p)

20:00 Uhr
Werkcafé im Kulturhof Gohlis

newsoundKINO: Spione

DER Agentenfilm schlechthin verbunden mit einem live gespielten Soundtrack verspricht ein aufwühlendes Bild-Ton-Erlebnis zu werden • Matthias Hirth (electronic, synth, p)

20:00 Uhr
Kulturpalast (Dresden)

Taksim Trio

Zwischen den Wurzeln traditioneller türkischer Musik und den offenen Grenzen des improvisierten Jazz • Hüsnü Şenlendirici (cl, Duduk), İsmail Tunçbilek (Bağlama), Aytaç Doğan (Kanun)

Samstag, 14.03.2020
19:30 Uhr
Werkcafé im Kulturhof Gohlis
Wolfram Knauer »Play yourself, man!« & Heuken/Stadtfeld/Heigenhuber"

Wolfram Knauer »Play yourself, man!« & Heuken/Stadtfeld/Heigenhuber"

In der Improvisation Persönlichkeit ausbilden und zeigen – das könnte das Motto für die Entwicklung des Jazz in Deutschland sein. Wolfram Knauer, Direktor des Jazzinstituts Darmstadt, zeichnet diesen Weg von den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg bis heute nach. Er taucht ein in das Berlin der 1920er, zeigt die Zurückdrängung von Swing und Jazz durch den Nationalsozialismus ebenso wie den Aufbruch im Nachkriegs-Frankfurt und den musikalischen Austausch mit den GIs, er beleuchtet die Szene in der DDR und illustriert die Umtriebigkeit der heutigen Jazz-Community. Knauers Buch basiert auf jahrzehntelanger Recherche und Leidenschaft – und es ist eine zum Standardwerk taugende Bestandsaufnahme des wohl vielfältigsten aller musikalischen Genres.

 

Knauer lehrte an mehreren Universitäten und war als erster Nichtamerikaner Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia University. Er ist Herausgeber der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung und Mitherausgeber der internationalen Fachzeitschrift Jazz Perspectives.

 

Wolfram Knauer »Play yourself, man!« Die Geschichte des Jazz in Deutschland (Reclam, 2019)

 

Musikalisch gerahmt wird die Lesung von einem äußerst ungewöhnlichen Trio: Heuken/Stadtfeld/Heigenhuber. Das Nischeninstrument Vibraphon steht hier im Mittelpunkt. Mal als Melodie-, mal als Harmonieinstrument aber immer als Dreh und Angelpunkt dieses Leipziger Trios. Die Band erforscht zum einen mehr oder weniger bekannte Songs aus Jazz und Pop, zum anderen widmet es sich den Kompositionen von Volker Heuken, die eindeutig aus der Sprache des Jazz kommen, aber auch Ausflüchte unternehmen in konzipierte Improvisationen, Neue Musik oder konzeptionelle Komposition. Das Trio wurde im Herbst 2019 mit dem Leipziger Jazznachwuchspreis ausgezeichnet.

 

Volker Heuken (vib), Maximilian Stadtfeld (dr), Lorenz Heigenhuber (kb) 



 

VVK 8/12 € zzgl. Gebühr bei Culton Ticket, AK 14/10 €

Montag, 23.03.2020
20:30 Uhr
Neues Schauspiel Leipzig
Root 70

Root 70

Mit »Nils Wogram’s Root 70«, 2001 bei 2nd Floor veröffentlicht, spielten sich Posaunist Nils Wogram, Hayden Chrisholm am Altsaxofon, Kontrabassist Matt Penman und Jochen Rückert am Schlagzeug erstmals gemeinsam in die Ohren geneigter Hörer*innen. Zwischenzeitlich sind seit Gründung der Band zwanzig Jahre vergangen. Anlässlich dieses Jubiläums ist die Band – mit Blick zurück und nach vorn – auf Tournee. Sieben Alben folgten dem ersten nach. Die jüngsten vier sind auf Wograms eigenen Label, nWog-Records, erschienen. In der Gründung eines eigenen Labels sah der 47-jährige die Möglichkeit eine „Stringenz“ zu verfolgen – langfristig auf die Entwicklung seiner Bands setzen zu können, ohne dabei kommerzielle Kompromisse eingehen zu müssen. Dieses Anliegen scheint insbesondere mit Root 70 mehr als geglückt. Widmete sich die Band auf »Wise Men Can Be Wrong« beispielsweise Jazz-Standards, um sich mit gewachsenem Können nochmals an Material zu erproben welches vermutlich viele Musiker*innen am Beginn ihrer Laufbahn begleitet, erweiterte die Band für »Riomar« sogar ihre Besetzung. Root 70 with Strings, in Anspielung auf Charlie Parker with Strings, gibt sich u.a. Einflüssen von Miles Davis’ »Birth Of The Cool« Mendelssohn und Alban Berg hin und schafft dabei kein Nebeneinander von Jazz-Quartett und Streichern, sondern ein gemeinsames, neu zu ergründendes Miteinander.

Es gelingt Root 70 sich immer wieder sich neu zu erfinden, ohne die Essenz ihres Zusammenspiels zu verlieren. Im Laufe der Jahre hat die Band einen unverwechselbaren Bandsound und eine eigene Sprache entwickelt deren Klang wir – live in Leipzig – mit Vorfreude erwarten.

 

Nils Wogram (tb), Hayden Chrisholm (as), Matt Penman (kb), Jochen Rückert (dr) 



 

VVK 18/14 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 20/16 €

Mittwoch, 25.03.2020
20:00 Uhr
Werkcafé im Kulturhof Gohlis
Kleine Helden #6 Wolfgang Schmid

Kleine Helden #6 Wolfgang Schmid

Von wegen „Kleine Helden“! Der 1948 in Stuttgart geborene Bassist rangiert schon eher in der Kategorie „Legende“. 
Wilde Soulmusik machte Schmid als Sänger und Gitarrist in unterschiedlichen Bands. Dann wurde der E-Bass sein Hauptinstrument. Er arbeitete als Tontechniker und stieg 1972 bei Passport, der Band des Saxofonisten Klaus Doldinger, ein. Ganz unterschiedliche Gruppen gab es im Lauf der Jahre, oft Trios mit E-Gitarre, Schlagzeug und Wolfgang Schmids unumstößlichen Bassfundament, etwa PARADOX mit Gitarrist Bill Bickford und Schlagzeuglegende Billy Cobham oder das Trio mit Cobham und Gitarrist Peter Wölpl. 1987 gründete Wolfgang seine Band KICK. Diese existiert in unterschiedlichen Besetzungen bis heute. Darüberhinaus war er in der Fernsehsendung »Super Drumming« Musical Director. Wer gerade 1:25 Minuten übrig hat könnte durchaus mal einen Blick in die von Pete York moderierte Sendung werfen. Einfach mal bei YouTube „awesome bass solo“ und Wolfgang Schmid suchen. „Ned schlecht“ würde man dazu wohl in Schwaben sagen. 



 

Wolfgang Schmid (b), Werner Neumann (g) 



 

VVK 12/8 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 14/10 €

Donnerstag, 26.03.2020
20:30 Uhr
UT Connewitz
Philipp Rumsch Ensemble »µ: of anxiety x discernment«

Philipp Rumsch Ensemble »µ: of anxiety x discernment«

Draußen, nachts im winternackten Wald – jeder Atemzug einer, der die Umgebung unerwartet aufwühlt. Lärmend peitscht gefrorener Matsch an die klappernde Fahrradkette, Reiher schrecken in den Wipfeln auf und auch ihr Flügelschlag nährt was im Dunkel ausharrt und uns erwartet. Angst. Diesem Gefühl unbestimmter innerer Enge widmet sich Pianist, Sound Designer und Komponist Philipp Rumsch auf seinem dritten Denovali-Release »µ: of anxiety x discernment«. Basierend auf Recherchen, Beobachtungen und selbstgeführten Interviews entwirft er mit seinem Ensemble ein multiperspektivisches Bild dieses Gefühlskomplexes. Rumsch möchte dabei fort vom individuellen Erleben der Angst, hin zum Ergründen der kollektiven Wahrnehmung dieses Phänomens. Erscheint nicht gegenwärtig und angesichts einer wachsenden politischen-und kapitalistischen Ausschöpfung der Angst, jenes einsame Herzklopfen, ausgelöst vom Vielleicht-Verborgenen im finsteren Geäst, nahezu wie ein romantisches Relikt früherer Tage? Das Ensemble, gegründet ausgehend von der Idee, die Klangsprachen von Ambient, Minimal Music und Avant-pop in ein orchestrales Format zu übertragen, besteht aus Musiker*innen aus Leipzig, Berlin, Dresden und Weimar. Letztmals erlebten wir das Ensemble 2018 während der 43. Leipziger Jazztage anlässlich Rumschs Auszeichnung mit dem Leipziger Jazznachwuchspreis – ebenfalls im UT Connewitz. Atmosphärische Klangflächen, gemeinsame Klangimprovisationen jenseits klassischer Improvisationsstrukturen, gebettet in die fantastische Kulisse des UT’s, ließen uns berückt zurück. Herzklopfen? Natürlich! Aus Vorfreude auf neue Einsichten und neue Musik des Philipp Rumsch Ensembles.

 

Lisa Zwinzscher (voc), Matti Oehl (as), Johannes Moritz (cl, bcl), Vincent Hahn (tp, flh), Antonia Hausmann (tb), Franziska Ludwig (vc), Volker Heuken (vib), Markus Rom (g), Paul Brauner (kb), Christian Dähne (b), Maximilian Stadtfeld (dr), Philipp Rumsch (p, synth, elec, ltg)

 

VVK 14/10 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 16/12 €

Freitag, 17.04.2020
20:30 Uhr
Reformierte Kirche zu Leipzig
MusikZeit: Barbara Dennerlein

MusikZeit: Barbara Dennerlein

»Alle Register – die Orgel im Jazz«



 

„Das bin ich und das ist meine Musik“, so Organistin Barbara Dennerlein in einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk als Antwort auf die Frage, woher einst ihr Wunsch gekommen sei, ihr sogenanntes Hobby zum Beruf zu machen. Die Orgel kam als Weihnachtsgeschenk zur elfjährigen Barbara. Autodidaktisch, mit nicht einmal zwei Jahren Unterricht hat die gebürtige Münchnerin ihr Instrument erlernt, ist an und mit ihm gewachsen, sodass sich ihr Frage der Berufsabsicht schlicht nicht stellte. „Es war einfach so“. Bereits mit fünfzehn spielt sie erste Auftritte in Jazzclubs. In den nachfolgenden Jahren veröffentlicht sie erste Platten auf ihrem selbstgegründeten Label Bebab Records, arbeitet auch mit dem renommierten Münchner Label Enja zusammen und findet darüber erstmal mit ihrer Musik den Weg in die USA. Stets im Gepäck, die „Liebe ihres Lebens“, die Hammond B3. Auf ihr Fußpedalspiel legt sie besonderen Wert. Ihr linker Fuß tanzt über die Bässe, während der rechte die Lautstärke reguliert. Insbesondere auch wegen dieser imponierenden Beinarbeit lassen Dennerleins Solo-Konzerte niemanden an ihrer Seite vermissen. In der Reformierten Kirche wird Dennerlein neben ihrer Hammond auch die 1656 Pfeifen der dortigen Jehmlich-Orgel zum Klingen bringen. Erstmal spielte sie auf Anfrage der Bach-Tage Würzburg auf einer Kirchenorgel. Zwischenzeitlich komponiert sie auch eigens für dieses Instrument. Ihr 2016 veröffentlichtes Solo-Album »My Moments« vermittelt einen Eindruck der Klangwelten beider Instrumente. Wenngleich jede Pfeifenorgel auf ihre Art einmalig ist und ein Kennenlernen vor dem Konzert für Dennerlein unabdingbar macht. Schließlich möchte sie während des Spielens ihre Gedanken „frei laufen“ lassen und zum Ausdruck bringen, was Jazz für sie bedeutet: Freiheit.

 


VVK 24/20 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 27/22 €

Samstag, 18.04.2020
20:30 Uhr
Michaeliskirche
MusikZeit: Duo Krokenberger/Oehl

MusikZeit: Duo Krokenberger/Oehl

»Alle Register – die Orgel im Jazz«



 

In freien Improvisationen spüren Arno Krokenberger und Matti Oehl verborgenen, offenbaren und vergänglichen Klängen nach. Ihre spielerischen Formen erschaffen Musik der Gegenwart und eröffnen neue Deutungsräume. Arno Krokenberger und Matti Oehl verzichten auf musikalische Absprachen jeglicher Art. Vertrauen, offene Ohren und schnelle Reaktionsfähigkeit sind Ausgangspunkt jedes Konzertes. Regelmäßiges gemeinsames Musizieren sichert eine schlüssige ästhetische Vorstellung und formt die eigene Klangsprache dieser Besetzung.



 

Arno Krokenberger (org), Matti Oehl (sax)

 


VVK 12/8 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 14/12 €

Sonntag, 19.04.2020
16:00 Uhr
Neues Schauspiel Leipzig
MusikZeit: Von Induktionsrädern, Preacher Cords und Rock’n’Roll – Ein Familienkonzert mit und über die Hammondorgel

MusikZeit: Von Induktionsrädern, Preacher Cords und Rock’n’Roll – Ein Familienkonzert mit und über die Hammondorgel

»Alle Register – die Orgel im Jazz«



 


Für alle, die noch nicht bis in die Puppen aufbleiben dürfen oder Konzerte sowieso lieber zur „tea time“ hören! Das Orgeltrio des Leipziger Gitarristen Werner Neumann spielt am 19.4. zwei Konzerte. Nachmittags können insbesondere die jungen Besucher*innen mehr über die Hauptakteurin der diesjährigen MusikZeit erfahren. Ein bisschen erinnert die wuchtige Präsenz der Hammond-Orgel an eine biedere Wohnzimmeranrichte. Abseits der plumpen Erscheinung ist das Instrument jedoch alles andere als hausbacken. Im April 1935 erklang der verschleierte Klang der Hammond erstmals in einer New Yorker Kirche. Von dort aus zog es Laurens Hammonds Erfindung in unzählige kleine Gemeinden Amerikas. Erstmal angekommen, schupste sie zeitweilig frech die Kirchenorgel von ihrem Thron. Auch jenseits der Gotteshäuser erfreute sie sich rasch großer Beliebtheit und regte – randvoll mit Soul – allerorten zum Tanzen an. Die Hammond kann so einiges: schmatzen, pfeifen, schnaufen, piepsen, tief dröhnen und hoch flöten. Durch all diese Ausdrucks-und Klangmöglichkeiten der Hammond-Orgel in Gospel, Rock, Jazz und Soul wird die musikalische Reise mit dem Werner Neumann Electric Trio führen.

 



Werner Neumann (g), Steffen Greisiger (org), Tom Friedrich (dr)

 



VVK 8/4 € zzgl. Gebühr bei Culton, TK 10/6 €

20:00 Uhr
Neues Schauspiel Leipzig
MusikZeit: Werner Neumann Electric Trio

MusikZeit: Werner Neumann Electric Trio

»Alle Register – die Orgel im Jazz«

 



Große Meister wie Wes Montgomery, John Abercrombie oder John McLaughlin liebten ihre Orgeltrios und setzten Maßstäbe für diese Formation. Die Band des Leipziger Gitarristen Werner Neumann verbindet diese Tradition mit zeitgenössischem Jazzrock, R&B und Soul.

 



Werner Neumann (g), Steffen Greisiger (org), Tom Friedrich (dr)



 

VVK 12/8 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 14/10 €

Sonntag, 26.04.2020
20:30 Uhr
die naTo
MusikZeit: Jo Aldingers Downbeatclub

MusikZeit: Jo Aldingers Downbeatclub

»Alle Register – die Orgel im Jazz«

 

253 Millionen verschiedene Klänge, das errechnete die amerikanische Handelskommission, lassen sich auf einer Hammond B3 erzeugen. Wer Orgel spielt im Jazz, spielt seit jeher dieses bestimmte Modell. So auch Jo(chen) Aldinger. Der gebürtige Stuttgarter der in Dresden, Bosten und Folkwang studierte, ist Träger des ersten deutschen Hammondorgel-Diploms. Seit 2004 doziert Aldinger an der Dresdner Hochschule für Musik. Mit seinem Umzug in die sächsische Landeshauptstadt ging auch die Gründung seines Trios einher. Mit Konni Behrendt an der Gitarre und Claas Lausen am Schlagzeug erzeugt Aldinger einen lässigen, pulsierenden Groove, der an die 70er-Jahre und an The Meters erinnert.

 

VVK 12/8 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 14/10 €

Montag, 27.04.2020
20:30 Uhr
UT Connewitz
MusikZeit: Goldings/Bernstein/Stewart »Toy Tunes«

MusikZeit: Goldings/Bernstein/Stewart »Toy Tunes«

»Alle Register – die Orgel im Jazz«



 

Von der New York Times als „das beste Orgeltrio des letzten Jahrzehnts“ deklariert, besitzen diese drei einen ganz besonderen Platz in der reichhaltigen Orgeltriogeschichte; mit ihrem abenteuerlichen Eklektizismus gehen sie über den Bop beeinflussten Soul-Jazz von z. B. Jimmy Smith, Brother Jack McDuff und Shirley Scott hinaus und in ihr ganz eigenes musikalisches Reich. Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 1991 ist »Toy Tunes« das zwölfte Album des Trios.

 



Larry Goldings (Hammond B3), Peter Bernstein (g), Bill Stewart (dr) 



 

VVK 22/18 € zzgl. Gebühr bei Culton, AK 25/20 €

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